
Das sind die Eckdaten zu unserer etwas anstrengenden, aber schönen Reise. Rechts in der Karte ist unsere Reiseroute eingezeichnet (damit ihr auch schon mal euren Trip durch Namibia planen könnt :-)
Unser erstes Ziel war Keetmanshoop. Auf einem Campingplatz mitten im Quivertree-Wald (besondere Aloe-Bäume, die weltweit nur an wenigen Orten einen Wald bilden), haben wir bei stürmischer Kälte unser Zelt aufgeschlagen und vergeblich versucht, trotz Sturm Feuer zu machen. In dieser Nacht sind wir dann fast erfroren - vom eiskalten Zelt mussten wir ins Auto flüchten, aber auch dort war es nicht wirklich wärmer. Wer hätte gedacht, dass uns im südlichen Afrika unser Zelt anfriert? Die Nacht dann doch überstanden, wärmten wir uns bei einem Spaziergang durch den Wald und setzten dann unsere Reise im geheizten Auto fort.

Unser nächstes Ziel war der Fish River Canyon, der mit einer Länge von 161 km nach dem Grand Canyon der zweitgrößte der Welt ist. Um dorthin zu kommen, mussten wir einige hundert Kilometer auf einer Schotterstraße zurücklegen, was einem unserer Reifen nicht so gut bekommen ist.
Bei der Mietauto-Übergabe haben wir zwar gecheckt, ob ein Wagenheber vorhanden ist, jedoch nicht, ob auch alle dazugehörigen Teile dabei sind. So konnte es passieren, dass eine Stange fehlte, und wir das nächste Auto um Hilfe bitten mussten. (Zum Glück waren wir auf einer "viel"-befahrenen Straße, so mussten wir nur 30 min auf unsere Retter warten, die Touristen aus der Schweiz waren).
In dieser Nacht hatten wir es im Zelt dank 2 dicken ausgeborgten Decken kuschelig warm und konnten gut schlafen.
Am nächsten Morgen wiederum kleine Aufregung, als ein Pavian während kurzer Unaufmerksamkeit meine Toiletttasche gestohlen hatte. Für die Rettung von Zahnbürste & Co bin ich dem Pavian mit dem Einsatz meines Lebens nachgerannt (später erst wurde uns gesagt, dass diese Affenart ganz schön gefährlich sein kann) und hatte Glück, dass ihm bei dem Biss in mein Shampoo-Fläschchen aufgefallen ist, dass es sich um nichts essbares handelt und dann alles fallen gelassen hat.
Nach dem Zeltabbau machten wir uns dann wieder auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, nach Ai-Ais, dem südlichen Ende des Fish River Canyon Naitonalparks, um dort in den heiße Quellen entspannen zu können. Ohne jegliche Zwischenfälle erreichten wir den Ort. Wir hatten Glück, dass wir bei diesem Campingplatz mit Kreditkarte zahlen konnten (was in Namibia leider selten der Fall ist), denn wir waren mittlerweile ziemlich bargeldlos. Am Abend machten wir Braai (so wird hier Grillen genannt) und ruhten uns von der anstrengenden Autofahrt aus.
Um 7 Uhr früh machten wir uns am nächsten Tag schon auf den Weg, um unser Ziel, Lüderitz, noch am Nachmittag zu erreichen. Auf dem Weg dorthin, versuchten wir in 2 Orten, zu Bargeld zu kommen. Zusammen hatten wir 4 Bankomat- und Kreditkarten, und trotzdem gelang es uns erst im 2. Ort, eine Behebung zu machen. Jedoch spuckte der ATM nur bei einer der 4 Karten namibische Dollar aus, und zwar nicht mehr als umgerechnet 80 Euro. Den Vorgang konnte ich zum Glück 2mal durchführen, sodass wir mit 160 Euro für die nächste Zeit durchkommen mussten (was nicht so wahnsinnig viel ist, wenn man für 2 Personen Essen, Campingplätze und Eintritte bezahlen muss und das Auto auch noch Benzin braucht).
Unser nächster Stopp war dann in einem Ort, in dem wir laut Mietautozentrale einen neuen Reifen kaufen sollten. Wegen fehlender Konkurrenz kostete uns ein Reifen bei einer Tankstelle dort stolze 165 Euro. Natürlich konnten wir wieder nicht mit Karte zahlen, also mussten wir das Geld bis zum nächsten Tag schuldig bleiben.
Für uns war der Besuch besonders gruselig, da wir das Gelände am Nachmittag (außerhalb der Öffnungszeiten) betraten. Wir besichtigten die verlassenen Ruinen und waren immer auf der Ausschau nach Menschen, die etwas gegen unsere nicht-bezahlte Besichtigung haben könnten.
In Lüderitz, einer Hafenstadt im Südwesten Namibias, genehmigten wir uns nach ein paar Nächten im Zelt ein gemütliches Bett in einer Pension. Hier fanden wir sogar einen Bankomat, der genug Geld ausspuckte, um auch den schuldig gebliebenen Reifen am Rückweg bezahlen zu können.
Leider haben wir erst während der Fahrt im Reiseführer gelesen, dass das Camp, in dem wir übernachten wollten, schon bei Sonnenuntergang die Tore schließt. Zu spät dran also, erhöhten wir dann unsere Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h auf ca. 70 km/h. Ich kam mir vor wie eine Ralley-Fahrerin und hatte während der ganzen Fahrt schweißnasse Hände. Aber wir haben es ca. 5 min vor dem Schließen der Tore geschafft - und sind sogar mit 4 ganzen Reifen angekommen.
Am schönsten sollen die Dünen von Sossusvlei beim Sonnenaufgang sein - hieß es... darum war am nächsten Morgen um 4:30 Tagwache, um die restlichen 60 km zu den Dünen vor dem Sonnenaufgang zu schaffen. Leider gab es keine Sonne, sondern nur Regen, Wolken und Kälte. Trotzdem haben wir die größte Düne (Big Daddy) bezwungen und lange genug gewartet, bis am Nachmittag doch ein paar Sonnenstrahlen zu sehen waren. Auf "Big Mama" hatten wir dann eine wunderschöne Sicht über die Dünenlandschaft, die wir wohl nie vergessen werden.
Nach einer weiteren frostigen Nacht in Sossusvlei fuhren wir zu unserem nächsten Stopp, Walvis Bay. In der größten Hafenstadt Namibias machten wir einen Spaziergang am Meer, besichtigten hunderte Flamingos und kamen an Salzgewinnungsanlagen vorbei.
Zurück in Windhoek konnten wir die Reise durch die unzähligen Fotos noch einmal revue passieren lassen.
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