Dienstag, 24. Juli 2012

Wochenendtrip zur Spitzkoppe


Das erste Mal Auto fahren – nicht nur auf einem anderen Kontinent, sondern auch auf der falschen Seite.... Und dabei ist der Linksverkehr gar nicht das größte Problem, sondern eher, dass die Gangschaltung links ist und der Blinker rechts!

Wir sind am Samstag dennoch nach ca. 3 Stunden Fahrt (zuerst auf schöner asphaltierter Straße, dann auf Schotter/Sandweg) mit unseren 2 gemieteten Toyota Corolas in Spitzkoppe angekommen.




Eine faszinierende Landschaft erwartete uns im Westen Namibias. 
Nach dem Zeltaufbau haben wir die ersten Berge erklommen und dann den Sonnenuntergang auf dem Berg genossen. 






Am Abend wärmten wir uns am Lagerfeuer und grillten unsere mitgebrachten Köstlichkeiten. Natürlich durfte auch der eine oder andere Schluck Wein und Bier nicht fehlen - natürlich nur, um in der Nacht trotz Kälte und Nässe (Erkenntnis: Zelte sollten besser immer aus 2 Schichten bestehen) gut schlafen zu können.  


Am Sonntag waren wir zwar nicht mehr ganz so motiviert zum Bergsteigen, haben uns aber vor dem Heimweg doch noch für kleine Wanderungen überwinden können. 
Und da der ganze Ausflug ohne Action etwas langweilig gewesen wäre, legten wir auf der Heimreise noch einen Zwischenstopp zum Reifenwechseln ein. Zum Glück bemerkten wir das Loch im Reifen an einer Tankstelle und konnten dort mit Hilfe des Tankwarts den Ersatzreifen montieren. Blöd nur, dass wir uns entschieden haben, die Versicherung für die Reifen nicht dazu zu nehmen. 

Wir sind dennoch alle heil zu Hause angekommen und haben dann noch überlegt, was wir tun könnten um nicht einen neuen Reifen kaufen zu müssen. Also haben wir Tipps unserer einheimischen Freunde eingeholt und starteten am Montag ganz früh, um vor der Rückgabe des Toyotas noch einen Stopp bei der Werkstatt einzulegen. Dort haben sie unseren Reifen überprüft und doch ein paar mehr Löcher gefunden, als wir erwartet hatten (um genau zu sein, 1 großes und 4 kleine). Das große wurde dann geflickt und für die kleineren Löcher irgendeine Flüssigkeit verwendet (falls ich das richtig verstanden habe). Auf jeden Fall sind wir dann mit umgerechnet billigen 10 Eur davongekommen und haben das Auto "ohne Mängel" zurückgegeben.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Was man in Namibia nicht machen sollte...

Heute hatten wir wieder einmal keine Vorlesung, also haben wir uns für eine kleine Wanderung auf einen Berg in Windhoeks Umgebung entschieden. Als wir uns durch meterhohes Gestrüpp und Dornensträuchern auf den Berg (der übrigens "Kleine Kuppe" heißt) gekämpft haben, hatten wir gedacht, das schlimmste überstanden zu haben... Nicht ganz!
Von oben hatten wir wunderbare Sicht auf ein Monument, das ein paar Kilometer entfernt war. Natürlich wollten wir da hin, also sind wir wieder durchs Gestrüpp und haben dann sogar einen sandigen Weg gefunden, der uns in die richtige Richtung führte.  
Wir gehen so dahin, und auf einmal stehen wir mitten in einem Militärgebiet - umzingelt von Soldaten. Kurzzeitige Panik, als uns einer der Soldaten darauf hinweist, dass das ein Sperrgebiet ist und wir eine Genehmigung brauchen würden. Nach einigen Minuten Befragung, Belehrung und Notieren unserer Namen wurde uns dann der richtige Weg zum Monument gezeigt und wir durften passieren. Wir gingen weiter und vorbei an einer Straßen-Polizeikontrolle. Kurz danach verfolgte uns wieder das Auto mit den 4 Soldaten drinnen und wir wurden angehalten und gefragt, warum wir dem Polizisten nicht Bescheid gesagt haben, dass wir da sind (wie sie uns angeblich befohlen hatten). Noch einmal Belehrung, dieses Mal wurden auch unsere Kameras auf Fotos mit Militärgebäude untersucht. Nach einigen Minuten verhandeln durften wir dann unter Polizeibegleitung weitergehen zum Monument. Endlich dort angekommen, noch einmal die ganze Kontrolle, diesmal wurden sogar Kopien unserer Studentenausweise gemacht, wir wurden natürlich noch einmal belehrt und unsere Kameras wurden erneut durchsucht. Unser Aufenthalt beim Monument war dementsprechend getrübt, dass wir uns in Einem einig waren: Nichts wie heim!
Bei der Polizeikontrolle mussten wir uns dann zum letzten Mal ausweisen und wurden zum Glück nach wenigen Minuten von einem Safari-Bus in die Stadt mitgenommen. 

Dienstag, 17. Juli 2012


Erste Woche geschafft!

Schon mehr als eine Woche bin ich jetzt in Namibia, einem Land mit einer Fläche 3mal so groß wie Deutschland und nur 2 Millionen Einwohnern, wovon ca. 300.000 in der Hauptstadt Windhoek wohnen.

Nach meiner Ankunft am Montag im eisig kalten Windhoek hat mich ein Uni-Chauffeur am Flughafen abgeholt und zur Uni gebracht. Dort lernte ich gleich ein paar andere Exchange Students (die meisten kommen – wie nicht anders zu erwarten war – aus Deutschland) kennen, erledigte einige Formalitäten und habe meine Bleibe für diesen Monat aufgesucht. Am Nachmittag habe ich dann durch Zufall erfahren, dass einer meiner Kurse schon angefangen hat. Also machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Gebäude und dem richtigen Kurs „Economics of Namibia and SADC countries“. Ich habe ihn schließlich gefunden und dann bis 5 versucht, zuzuhören und nicht einzuschlafen (nach einer Nacht im Bus und einer weiteren im Flieger gar nicht so einfach). Der Kurs wurde zu meiner Hauptbeschäftigung für die erste Woche – Kurs von Montag bis Freitag den ganzen Tag und Samstag Abschlusprüfung. Die Prüfung war nicht ohne - 10 Seiten Handschrift zu 4 Fragen in 2 Stunden, und das Ganze umzingelt von 3 Aufsichtspersonen. Aber war sehr interessant, das Wirtschaftssystem und einige Fakten von Namibia kennenzulernen. Wenn man weiß, dass die Arbeitslosenquote 50% beträgt, wundert man sich nicht ganz so sehr über das Armenviertel „Katatura“ wo Tausende Einheimische auf engstem Raum in Wellblechhütten leben. Am Mittwoch machten wir im Zuge des Kurses auch eine Exkursion zur „National Planning Commission“, die staatliche Einrichtung, die für die kurz-, mittel- und langfristigen Pläne des Landes verantwortlich ist. Die „Vision 2030“ gilt als langfristiger Plan um in Namibia um die Lebensqualität und die Wirtschaftslage zu verbessern, wobei der Plan doch eher ein Traum bleiben wird.
Meine Mitbewohner und die anderen Austauschstudenten sorgten auch dafür, dass mir an den Abenden nicht langweilig wurde. Am Programm standen Grillerei (heißt hier übrigens Braai) bei uns zu Hause, Essen in Joe’s BeerHouse, gemeinsames Kochen daheim usw.

Am Samstag nach der Prüfung wurde zum 2ten Mal gegrillt, diesmal nicht zu Hause, sondern in einem Stadtteil von Windhoek, in Penduka, direkt am See.

Im Kurs haben Stefan (mein Mitstudent aus Deutschland) und ich einige nette Namibier kennengelernt, wovon uns eine angeboten hat, uns mit dem Auto Katatura zu zeigen, damit wir mehr als nur das „Reichenviertel“ kennenlernen, in dem wir wohnen. Diesen Ausflug machten wir also am Sonntag. Wir fuhren mit Kandesha’s Mercedes durch verschiedene Teile der Stadt, unter anderem durch Katatura, wo am Fleischmarkt die Rinder geschlachtet, zerteilt, gegrillt und gleich in verzehrgerechten zeitungspapiergewickelten Stücken verkauft werden. Irgendwie schockierend, da lebt man in einer Stadt, in der es so viel Armut gibt, aber ist trotzdem oft umgeben von reichen Leuten. 
Das Essen hier in Windhoek ist sehr gut – vorausgesetzt man ist nicht Vegetarier. Unter allen Fleischsorten, die hier serviert werden, sind die verschiedenen „game“-Spezialitäten am beliebtesten. Wenn man dann auch noch weiß, dass „game“ hier „Wild“ und nicht "Spiel" bedeutet, wundert man sich auch nicht mehr.

Noch ein Wort zum Klima hier in Windhoek. Unglaublich, dass es in Afrika so kalt sein kann. Vor allem am Abend wenn die Sonne weg ist, wird es wirklich richtig kalt, und das schlimme ist, dass es im Haus nicht wirklich wärmer ist. So kommt es, dass wir abends mit Schal, Handschuhen und ein paar Decken herumgewickelt im Haus sitzen und uns durch Film schauen von der Kälte ablenken. Kaum zu glauben, dass ich es trotzdem schaffe, durch die Sonne tagsüber fast jeden Tag einen Sonnenbrand im Gesicht zu bekommen. 
Im Großen und Ganzen muss ich sagen, die Einheimischen hier sind sehr nett und hilfsbereit und ich freue mich schon auf den Rest von Namibia und meine eindrucksvollen Erlebnisse hier.