Erste Woche geschafft!
Schon mehr als eine Woche bin ich jetzt in Namibia, einem
Land mit einer Fläche 3mal so groß wie Deutschland und nur 2 Millionen
Einwohnern, wovon ca. 300.000 in der Hauptstadt Windhoek wohnen.
Nach meiner Ankunft am Montag im eisig kalten Windhoek hat
mich ein Uni-Chauffeur am Flughafen abgeholt und zur Uni gebracht. Dort lernte
ich gleich ein paar andere Exchange Students (die meisten kommen – wie nicht
anders zu erwarten war – aus Deutschland) kennen, erledigte einige Formalitäten
und habe meine Bleibe für diesen Monat aufgesucht. Am Nachmittag habe
ich dann durch Zufall erfahren, dass einer meiner Kurse schon angefangen hat.
Also machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Gebäude und dem richtigen
Kurs „Economics of Namibia and SADC countries“. Ich habe ihn schließlich gefunden
und dann bis 5 versucht, zuzuhören und nicht einzuschlafen (nach einer Nacht im
Bus und einer weiteren im Flieger gar nicht so einfach). Der Kurs wurde zu meiner
Hauptbeschäftigung für die erste Woche – Kurs von Montag bis Freitag den ganzen
Tag und Samstag Abschlusprüfung. Die Prüfung war nicht
ohne - 10 Seiten Handschrift zu 4 Fragen in 2 Stunden, und das Ganze umzingelt
von 3 Aufsichtspersonen. Aber war sehr interessant, das Wirtschaftssystem und
einige Fakten von Namibia kennenzulernen. Wenn man weiß, dass die
Arbeitslosenquote 50% beträgt, wundert man sich nicht ganz so sehr über das Armenviertel
„Katatura“ wo Tausende Einheimische auf engstem Raum in Wellblechhütten leben.
Am Mittwoch machten wir im Zuge des Kurses auch eine Exkursion zur „National
Planning Commission“, die staatliche Einrichtung, die für die kurz-, mittel-
und langfristigen Pläne des Landes verantwortlich ist. Die „Vision 2030“ gilt
als langfristiger Plan um in Namibia um die Lebensqualität und die Wirtschaftslage
zu verbessern, wobei der Plan doch eher ein Traum bleiben wird.
Im Kurs haben Stefan (mein Mitstudent aus Deutschland) und ich einige nette Namibier kennengelernt, wovon uns eine angeboten hat, uns mit dem Auto Katatura zu zeigen, damit wir mehr als nur das „Reichenviertel“ kennenlernen, in dem wir wohnen. Diesen Ausflug machten wir also am Sonntag. Wir fuhren mit Kandesha’s Mercedes durch verschiedene Teile der Stadt, unter anderem durch Katatura, wo am Fleischmarkt die Rinder geschlachtet, zerteilt, gegrillt und gleich in verzehrgerechten zeitungspapiergewickelten Stücken verkauft werden. Irgendwie schockierend, da lebt man in einer Stadt, in der es so viel Armut gibt, aber ist trotzdem oft umgeben von reichen Leuten.
Das Essen hier in Windhoek ist sehr gut – vorausgesetzt man ist nicht Vegetarier. Unter allen Fleischsorten, die hier serviert werden, sind die verschiedenen „game“-Spezialitäten am beliebtesten. Wenn man dann auch noch weiß, dass „game“ hier „Wild“ und nicht "Spiel" bedeutet, wundert man sich auch nicht mehr.
Noch ein Wort zum Klima hier in Windhoek. Unglaublich, dass
es in Afrika so kalt sein kann. Vor allem am Abend wenn die Sonne weg ist, wird
es wirklich richtig kalt, und das schlimme ist, dass es im Haus nicht wirklich wärmer ist. So kommt es, dass wir abends mit Schal, Handschuhen und ein paar
Decken herumgewickelt im Haus sitzen und uns durch Film schauen von der Kälte
ablenken. Kaum zu glauben, dass ich es trotzdem schaffe, durch die Sonne tagsüber fast jeden Tag einen Sonnenbrand im Gesicht zu bekommen.
Im Großen und Ganzen muss ich sagen, die Einheimischen hier sind sehr nett und hilfsbereit und ich freue mich schon auf den Rest von Namibia und meine eindrucksvollen Erlebnisse hier.
Im Großen und Ganzen muss ich sagen, die Einheimischen hier sind sehr nett und hilfsbereit und ich freue mich schon auf den Rest von Namibia und meine eindrucksvollen Erlebnisse hier.
50 % Arbeitslosigkeit vs. 0,7 % in Thailand .. Arg!
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